4. Was ist Vertrauen?

Doch was ist Vertrauen? Eine Antwort* kann lauten:

- "Sich auf Andere, auf Dinge und Verhältnisse verlassen zu können;"

- "darauf hoffen dürfen, dass Andere die Macht, die sie ausüben können, nicht missbrauchen;"

- "und dass einem selbst entweder nichts Schlimmes passiert, oder falls doch, dass dies dann zumindest gut zu bewältigen ist."

5. Wie entsteht Vertrauen?

Wie fast immer gilt auch für das Entstehen des Vertrauens, dass es viele Möglichkeiten gibt. So kann Vertrauen durch Erfahrung entstehen: "Vormals ist ja nichts schiefgegangen oder wenn doch, habe ich es nochmal ganz gut "gewuppt" bekommen" oder nach dem "Bekannt-Bewährt-Prinzip". Einem erfahrenen Menschen wird getraut und ihm wird vieles zugetraut. Von ihm wird vermutet, dass er sowohl die Regelmäßigkeiten wie auch die Unregelmäßigkeiten des Lebens kennt und deshalb auch für die konkrete Situation Lösungen findet, auch wenn diese nicht im Lehrbuch stehen.

Vertrauen kann durch Wieder-Erkennen eigener Eigenschaften, durch Widerspiegelung im Anderen entstehen. Vertrauen kann aber auch durch Befragen von Dritten, Einholung von Auskünfte, Erstellung von Gutachten oder - vielleicht der häufigste Fall - ganz einfach durch das direkte Gespräch, in der Begegnung mit dem Anderen gewonnen werden.

6. Vertrauensvorschuss: Der Sprung ins kalte Wasser

Doch alles Prüfen und Gegen-Checken hilft nichts, letztendlich gibt es keine unumstößliche Gewissheit. In jeder Situation bleibt ein Rest, eine Lücke, die nur durch einen beherzten "Sprung ins Vertrauen" überbrückt werden kann. Dieser Sprung gelingt leichter, wenn Sie bereits gute Erfahrungen mit dem Gegenüber gemacht haben, er Ihnen Interesse und Verständnis für Ihre Fragen und Person gezeigt hat, er Ihnen damit sympathisch ist. Denkbar ist jedoch auch ein "Ach was, jetzt vertraue ich einfach mal!"

7. Vertrauen - Auch eine Sache von Zeit und Geduld

- Das geweckte Vertrauen

Am Anfang einer Mandant - Anwaltbeziehung kann die persönliche Begegnung stehen, etwa auch in einem ersten Telefonat. Vertrauen kann z.B. geweckt werden durch:

  • einen offenen Blick
  • eine wohlklingende Stimme
  • das vermittelte Gefühl des Zuhörens
  • das Eingehen auf Wünsche
  • das geäußerte Mitdenken
  • die überbrachte Annerkennung
  • die Bereitschaft zur Hilfe und zur Übernahme von Verantwortung.

- "Vertrauensbildende Massnahmen"

Im Laufe der Mandant - Anwaltbeziehung können entdeckte Gemeinsamkeiten wie gleiche Werte, gleiche Erfahrungen, gleiche Interessen dazu führen, dass das Vertrauen wächst und so sich die Mandant - Anwaltbeziehung zu einer Mensch-zu-Mensch-Vertrauensbeziehung festigt. Häufig finden sich dann in einem beruflichen Gespräch eben schon mal private Themen wie z.B. Marathon-Lauf, Tanz, sonstige kreative Fähigkeiten oder Kampfkünste.

Je mehr Zeit einer solchen Beziehung gegeben wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass kein "blindes" Vertrauen, sondern ein tragfähiges Vertrauensgeflecht geknüpft wird.

- Das Interesse des Anwalts an Langzeit-Mandantenbeziehungen

Gerade dies ist auch ein Grund, warum der Anwalt nicht nur, aber auch ein Interesse an langzeitiger Mandant - Anwaltbeziehung zu Ihnen hat. Sicherlich, ein langjähriges Mandatsverhältnis sichert regelmäßige Honorareinkünfte, doch es erleichtert eben auch die konkrete Arbeit beim jeweiligen Mandat. Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit können zu einer gerngesehenen Gewohnheit werden, wenn Worte und Taten, Behauptungen und Tatsachen sich bei beiden, beim Anwalt wie auch beim Mandanten, im Einklang befinden. Dann entsteht "nachhaltiges Vertrauen".

weiter: 8. Vertrauensbeweis und Vertrauensverlust

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* Der Artikel beruht auf den von Wilhelm Schmid, Die Liebe neu erfinden, 2010 S. 129 ff. geäußerten Gedanken.

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