Doktortitel "Wenn Geld fließt, ist das Titelkauf"
- Zur Vielfältigkeit der "Promotionsberatung"
Autor: Rechtsanwalt Dr. Rutger von der Horst Köln, Münster, Los Angeles

Keine Illegalität per se

Unter dem Begriff „Promotionsberatung" tummeln sich viele Berater. Nicht alle sind legal. Doch ist eine Promotionsberatung nicht von vorn herein bereits illegal.

So ist die bloße Vermittlung eines Doktorvaters, die keine inhaltliche Hilfestellung bei der eigentlichen Ausarbeitung einer Dissertation umfasst, ist - auch entgeltlich - legal. Wenn es bei der bloßen Beratung bleibt, ist diese erlaubt. Auch das Delegieren von einfachen Recherchearbeiten ist erlaubt.

Wer die von ihm selbst verfasste Dissertationsschrift seiner Großmutter vorlegt, um zu erfahren, ob diese den Text versteht, so begeht auch dieser noch nichts Unerlaubtes.

"Spenden"

Nicht erlaubt ist das Erarbeiten oder Verfassen eines Textes durch einen Dritten, welcher unter seinem eigenen Namen eingereicht wird, auch nicht in Teilen. Überall wo eine intellektuelle Arbeit geleistet werden muss, ist diese vom Promovenden zu erbringen. Immer, wenn Geld fließt, um einen Doktorgrad zu bekommen - und sei es in Form einer "Spende" - ist das Titelkauf. Das nachzuweisen, ist oftmals jedoch schwierig.

Saktionen bei Verstoß

Bei Entdeckung drohen jedoch harte Sanktionen. Wird ein Doktortitel erschlichen, folgt bei Bekanntwerden die Aberkennung des akademischen Grades und mitunter auch die fristlose Entlassung. Außerdem kann Titelkauf mit empfindlichen Geld- und sogar Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr geahndet werden. Auch der Titelvermittler macht sich strafbar. Ihm drohen ebenfalls Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr.

Auslands-Titel

Auch bei Doktortiteln aus dem Ausland gilt es einiges zu beachten. Das Führen eines im Ausland erworbenen akademischen Grades, beispielsweise eines Doktortitels, ist nicht per se rechtswidrig.

Wenn tatsächlich akademische Leistungen erbracht wurden, also eine Dissertation eigenständig angefertigt wurde, und die Institution, die den entsprechenden Titel verleiht, zur Verleihung befugt ist und diese Stelle von deutschen Behörden anerkannt ist, dann ist der Erwerb des Titels legal. Gleiches gilt für Ehrentitel, beispielsweise den Doktor h.c., wenn die verleihende Stelle anerkanntermaßen derartige Verleihungen vornehmen darf.

Anzeichen für Unseriösität

Es gibt jedoch einige Anzeichen, die auf illegale Praktiken hindeuten; etwa wenn der sogenannte Promotionsberater schriftlichen Kontakt vermeidet oder ein tatsächlicher Besuch der Universität nicht erforderlich sein soll. Oder die Existenz der Person des Doktorvaters ist nicht feststellbar, die Promotion soll innerhalb weniger Wochen erfolgen und es gibt keine offizielle Immatrikulation an einer anerkannten Universität. Vorsicht ist auch geboten, wenn der Schriftverkehr, etwa im Rahmen der Immatrikulation, ausschließlich über den Promotionsberater erfolgt und mit der Universität selbst gar kein direkter Kontakt besteht.

Anmerkung:

Veröffentlichungen im Internet, siehe auch:

Dann kauf´ich mir ´n Doktortitel...

Der gekaufte Doktor Teil 1

Der gekaufte Doktor Teil 2

 

... und gerne beraten wir auch Sie

 

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